7 Erzählformate für Dein Storytelling – Podcast Folge 62

Erzähl­for­ma­te für Dein Storytelling

Mit der wun­der­ba­ren Susan­ne Nickel habe ich kurz vor die­ser Pod­cast­fol­ge über Ver­än­de­rung gespro­chen. Über ihre Rei­se von der Tän­ze­rin zur Rechts­an­wäl­tin und zur Top Spea­ke­rin. Eine tol­le Geschich­te! Und hier sind wir auch schon beim The­ma: Sto­ry­tel­ling. Geschich­ten bestim­men mein Leben, ich lie­be Geschich­ten und die­se zu erzäh­len! Für Dich und Dei­ne Busi­ness-Büh­ne kannst du Sto­ry­tel­ling nut­zen. Wel­che ver­schie­de­nen Erzähl­for­ma­te es dafür gibt, erfährst Du hier. 

Die 7 ver­schie­de­nen Erzähl­for­ma­te des Storytelling

Es gibt min­des­tens 7 Erzähl­for­ma­te, sehr viel Lite­ra­tur und unter­schied­li­che Her­an­ge­hens­wei­sen für gutes Sto­ry­tel­ling. Gera­de für Mar­ken­bil­dung und auch für per­sön­li­ches Bran­ding ist Sto­ry­tel­ling eine tol­le Möglichkeit. 

Ich erzäh­le Dir ein biss­chen über die ver­schie­de­nen For­ma­te und gebe Dir direkt Bei­spie­le, wo Du die­se fin­den kannst. Da ich ein gro­ßer Seri­en-Fan bin, wer­de ich Dir auch immer wie­der Hin­wei­se geben, wel­che Seri­en oder Fil­me die­se Art des Sto­ry­tel­ling nutzen. 

 

DER BERG

In die­sem For­mat des Sto­ry­tel­ling stei­gert sich die Span­nung stän­dig. Das kennst Du sicher aus vie­len Seri­en. Es gibt Höhen und Tie­fen in den ein­zel­nen Epi­so­den, aber am Ende läuft es auf ein gro­ßes Fina­le hin­aus. Jede Epi­so­de hat ihren Reiz aber wirft auch eine Fra­ge auf, die sich über die gesam­te Zeit zieht. 

Ein Bei­spiel dafür ist die Serie “Black­list”. Hier­bei geht es immer um die Fra­ge, wer die­ser Typ ist. Eigent­lich ist er ein Böse­wicht, aber er hat auch eine gute Sei­te. Was steckt dahin­ter? Das beschäf­tigt uns nun schon bis in Staf­fel 7, obwohl die Epi­so­den an sich auch abge­schlos­sen sind. 

DAS LOO­PS FORMAT

Hier­bei wer­den meh­re­re Geschich­ten inein­an­der ver­wo­ben, doch es gibt eine zen­tra­le Geschich­te. Die­se Art des Sto­ry­tel­ling erzählt die Strän­ge so, dass sie mit­ein­an­der korrelieren. 

“This is us” auf Ama­zon Prime ist zum Bei­spiel so auf­ge­baut. Ein Mann und eine Frau sind die jewei­li­gen Fami­li­en­ober­häup­ter. Wir sehen sie auch in jun­gen Jah­ren und erfah­ren Geschich­ten ande­rer Fami­li­en­mit­glie­der. Doch der Haupt­in­halt der Serie dreht sich um die­se zwei Per­so­nen. Alle ande­ren Erzähl­strän­ge wer­den mit ihren Geschich­ten ver­wo­ben. Tol­les Storytelling!

 

SPAR­K­LI­NES

Bei den Spar­k­li­nes gibt es immer eine The­se und eine Anti­the­se. Hier­bei sind Wunsch und Wirk­lich­keit mit­ein­an­der ver­wo­ben. Ein Bei­spiel ist die legen­dä­re Rede von Ste­ve Jobs für Stan­ford Absol­ven­ten im Jahr 2005. Dort benutzt er das Stil­mit­tel der Spar­k­li­nes. Die Erzähl­for­ma­te des Sto­ry­tel­lings kön­nen wir tat­säch­lich auch Stil­mit­tel nen­nen. Höre Dir die­se Rede von Ste­ve Jobs ein­mal an, denn sie ist wirk­lich einzigartig. 

IN MEDI­AS RES

Auch ein tol­les Mit­tel für span­nen­des Sto­ry­tel­ling! Das Ereig­nis, auf wel­ches hin­ge­führt wird, steht direkt am Anfang. Als Bei­spiel: Der Mord pas­siert am Anfang und dann wird ermit­telt, wie beim Tatort. 

“The Sin­ner” ist eben­so ein Bei­spiel. Jede Epi­so­de ist in sich geschlos­sen aber gleich auf­ge­baut. Und wirk­lich sehr span­nend erzählt! 

KON­VER­GENT ERZÄHLEN

Ein­zel­ne Erzähl­strän­ge schei­nen in die­sem Sto­ry­tel­ling-For­mat erst mal nichts mit­ein­an­der zu tun zu haben. Ein Bei­spiel dafür ist “Tat­säch­lich Lie­be”. Die Erzähl­strän­ge lau­fen lan­ge par­al­lel und haben schein­bar nichts mit­ein­an­der zu tun. Erst ganz am Ende sehen wir, wie man­che Per­so­nen der ein­zel­nen Geschich­ten mit ande­ren in Ver­bin­dung ste­hen. Ein ande­res Bei­spiel ist der Film “Valen­tins­tag”. Ja, ich lie­be roman­ti­sche Komödien!

DER FEHL­START

Ein Sto­ry­tel­ling-Erzähl­for­mat mit einem wirk­li­chen Tief. Eigent­lich wiegt sich der Zuschau­er in abso­lu­ter Sicher­heit und denkt, alles ist super. Es ist Frie­de, Freu­de, Eier­ku­chen! Und dann läuft etwas so rich­tig schief – ein klas­si­scher Fehlstart. 

Als Bei­spiel dient die Geschich­te von J.K. Row­ling. Sie hat einen nor­ma­len Schul­ab­schluss und auch die Uni been­det, dann ist sie jedoch in die Sozi­al­hil­fe abge­stürzt. Und dann kam der Held Har­ry Pot­ter in ihr Leben und ihre Geschich­te wur­de umge­schrie­ben. Das war erst durch ihren “Fehl­start” mög­lich. Und die­ser hat uns allen eine so fas­zi­nie­ren­de Figur geschenkt. Sie hat vor Har­vard Absol­ven­ten eine fan­tas­ti­sche Rede gehal­ten, höre Dir die­se zum The­ma “Fehl­start” ger­ne an. 

DIE HEL­DEN­REI­SE

Joseph Camp­bell hat die­se Metho­de des Sto­ry­tel­lings “ent­deckt”. Er unter­such­te Sagen und Mythen dar­auf­hin, wel­che Struk­tu­ren sie auf­wei­sen. Der Prot­ago­nist, der Held, erhält einen Auf­trag (den Ruf des Aben­teu­rers) und ver­lässt sei­ne Hei­mat. Er begibt sich auf eine schwie­ri­ge Rei­se an einen unbe­kann­ten Ort, der oft auch bedroh­lich ist. Dort begeg­net er Men­schen, die ihm hel­fen (Men­to­ren), die ihm nicht gut geson­nen sind (Trick­ser) oder rich­ti­gen Wider­sa­chern (Ant­ago­nis­ten). Letz­te­re zei­gen sich in mensch­li­chem oder tie­ri­schem Ver­hal­ten, aber auch in Situa­tio­nen oder Gegen­stän­den. Nach der Kri­se und der Über­win­dung des Ant­ago­nis­ten kehrt der Held zurück. Durch das neu erlang­te Wis­sen und die Erfah­run­gen kann er sei­ner Gemein­de hel­fen. Wir sehen die Hel­den­rei­se bei “Har­ry Pot­ter”, bei “Herr der Rin­ge” und die ers­te Hel­den­rei­se, die von Hol­ly­wood ver­filmt wur­de, war “Star Wars”. 

Die Hel­den­rei­se eig­net sich beim Sto­ry­tel­ling ganz beson­ders dazu, das Publi­kum mit auf eine inne­re Rei­se zu nehmen. 

Mei­ne eige­ne Heldenreise

Das Buch “der träu­men­de Del­phin” hat mein Leben ver­än­dert. 2001 war ich nach dem BWL Stu­di­um in Frank­furt zu einem Pro­jekt der Bank beru­fen wor­den. Auch mei­ne nächs­ten Schrit­te dort waren schon vor­ge­ge­ben. Ich soll­te ins Ver­triebs­trai­ner Team gehen, was ich damals noch nicht wuss­te. Eigent­lich sehr inter­es­sant, wie sich dazu im Nach­hin­ein die Krei­se geschlos­sen haben. 

Gleich­zei­tig zu die­sem Pro­jekt hat­te ich mich für eine Aus­bil­dung an der Musi­cal­schu­le bewor­ben. Nun stand ich vor einer Ent­schei­dung! Ich saß auf der Trep­pe vor der Eta­ge in Frank­furt. Eine Bekann­te kam und gab mir ein Buch: “Der träu­men­de Delphin”. 

In die­sem Buch wird eine Hel­den­rei­se beschrie­ben. Der träu­men­de Del­phin will die Welt ent­de­cken, doch sei­ne gan­ze Sip­pe rät ihm davon ab. Sie war­nen davor, das siche­re Becken zu ver­las­sen und den Hai­en im offe­nen Meer zu begeg­nen. Und natür­lich schwimmt der Del­phin los und sagt nie­man­dem Bescheid. Und auch er begeg­net selbst­ver­ständ­lich Ant­ago­nis­ten und Trick­sern. Doch er kommt zurück mit vie­len neu­en Erkennt­nis­sen, glück­lich und zufrieden. 

Mei­ne Bekann­te schenk­te mir das Buch, um mir die Ent­schei­dung zu erleich­tern. Ich woll­te raus in die Welt gehen und die Musi­calaus­bil­dung star­ten. Das siche­re “Becken” der Bank ver­las­sen und das offe­ne Meer ken­nen­ler­nen. Und auch ich bin zurück­ge­kehrt! Zwar nicht in die Bank, jedoch habe ich 4 Jah­re als exter­ne Ver­triebs­trai­ne­rin für eine Bank gear­bei­tet. Die Hel­den­rei­se des Del­phins hat mich beein­druckt und unterstützt.

Wel­che Bau­stei­ne gibt es im Sto­ry­tel­ling normalerweise?

Beson­ders in der Hel­den­rei­se steht der Prot­ago­nist im Mit­tel­punkt einer Geschich­te. Die Zuschau­er kön­nen die Eigen­schaf­ten und uner­füll­te Wün­sche des Prot­ago­nis­ten nach­voll­zie­hen. Doch dann gerät sei­ne Welt in eine Schief­la­ge. Das muss kein gro­ßes Unglück sein. Der Prot­ago­nist ist auch nicht zwin­gend unglück­lich. Wich­tig ist, dass er einen Ver­än­de­rungs­wunsch hat. Denn im Sto­ry­tel­ling geht es um die Trans­for­ma­ti­on. Um das Vor­her und das Nachher.

Und natür­lich um den Ant­ago­nis­ten. Die­ser möch­te den Hel­den davon abhal­ten, auf sei­ne Rei­se zu gehen. Das führt meist zu einem Kon­flikt! Und die­ser ist wich­tig, denn ohne Kon­flik­te gibt es kei­ne span­nen­den Geschich­ten. Die­sen Kon­flikt muss der Haupt­cha­rak­ter lösen um zum Ziel zu kom­men. Nur so kön­nen wei­te­re Schrit­te aus­ge­löst wer­den. Dadurch geht es in die Trans­for­ma­ti­on, Neu­es wird ent­deckt und erreicht. Der Haupt­cha­rak­ter kommt gestärkt zurück und hat neue Erkennt­nis­se, die er mit sei­ner Gemein­de tei­len kann. 

Ich fin­de Sto­ry­tel­ling ein unglaub­lich inter­es­san­tes Feld. Ich habe dar­über bereits eine Pod­cast­fol­ge auf­ge­nom­men. In der Fol­ge 9 spre­che ich zum Bei­spiel über die Wer­bung von “Wert­hers Ori­gi­nal” in wel­cher der Groß­va­ter eine zen­tra­le Rol­le spielt. Sehr span­nend! Bald wer­de ich auch noch­mal eine wei­te­re Fol­ge zum The­ma Sto­ry­tel­ling aufnehmen. 

War­um soll­test auch Du Sto­ry­tel­ling für Dich nutzen?

Ich möch­te Dich wirk­lich dazu ermu­ti­gen! Schau nach Dei­nen eige­nen Geschich­ten, direkt aus Dei­nem Leben. Denn die schöns­ten Geschich­ten schreibt das Leben. Ver­su­che die­se Geschich­ten zu adap­tie­ren. Auf Dich, Dein Busi­ness­um­feld, Dei­ne Büh­ne. Egal ob Du einen Vor­trag hältst oder Dich auf Social Media zeigst. Denn Geschich­ten wecken Emo­tio­nen und die sor­gen für Ver­bin­dung. Gute Geschich­ten schaf­fen Ver­trau­en zu Dir. Die Men­schen kön­nen sich mit Dir iden­ti­fi­zie­ren. Das ist so viel wert! Ver­su­che es einmal. 


Dazu habe ich auch ein neu­es Ange­bot für Dich. Die Lunch Mas­ter­class “Sto­ry­tel­ling im Busi­ness”. Erfah­re hier, was eine gute Geschich­te aus­macht und war­um Begeis­te­rung und Emo­tio­nen wich­tig sind zur Kundenbindung! 

Dei­ne Sonja

 

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