Storytelling: Wie du Geschichten für deinen Auftritt nutzt – Podcast Folge 9

Heu­te geht es um das The­ma „Geschich­ten“. Denn „Sto­ry­tel­ling“ ist ein ganz gro­ßes The­ma, nicht nur im Busi­ness, son­dern eben auch auf der Bühne.

Im Prin­zip ist es das, was ich tag­täg­lich mache, wenn ich mit einem mei­ner Büh­nen­pro­gramm auf der Büh­ne ste­he. Und ich wer­de manch­mal gefragt Son­ja, woher kom­men denn eigent­lich dei­ne Ideen? Da möch­te ich dir heu­te ein­mal einen klei­nen Ein­blick geben. Wie ent­steht eigent­lich so ein Büh­nen­stück oder auch ein Vortrag?

Ich blei­be mal bei einem mei­ner Büh­nen­stü­cke. Ich habe ja mitt­ler­wei­le vier Solo­pro­gram­me geschrie­ben, wobei Mar­kus, mein Pia­nist, natür­lich mitt­ler­wei­le abso­lu­ter Bestand­teil mei­ner Büh­nen­pro­gramm ist. Außer­dem habe ich mit der lie­ben Esther Jung zusam­men auch schon zwei Pro­gram­me geschrie­ben Back­stage, Women on Tour und frü­her mal, das ist auch schon fast zehn Jah­re her, ein Stück, das hieß „Und was ist mit?“

Anhand der Bei­spie­le von „TYPisch FRAU?!“ und „All­tags­wahn­sinn“ möch­te ich dir jetzt mal erzäh­len, wie ich da vor­ge­he. Und zwar ist es meis­tens so, dass tat­säch­lich der Titel als ers­tes fest­steht. Natür­lich gibt’s eine Idee, die schon in mei­nem Kopf vor­han­den ist, in wel­che Rich­tung das Gan­ze gehen soll­te. Bei „All­tags­wahn­sinn“ war es so, dass ich ja vor­her das Stück „Plötz­lich Mama“ hat­te, das eigent­lich nur ein biss­chen um ent­wi­ckeln woll­te. Na ja und dann kam es anders und die Idee für ein ganz neu­es Stück ent­stand. Und dann habe ich ange­fan­gen, Geschich­ten zu sam­meln. Aus dem All­tag. So machen das auch vie­le Sto­ry­tel­ler im Business.

Das heißt, ich per­sön­lich ver­wen­de in der Regel Geschich­ten, die ich erlebt habe, und das rate ich auch im Bereich Busi­ness, wenn jemand Vor­trä­ge hält oder jemand eine Prä­sen­ta­ti­on hal­ten möchte.

Bei­spiels­wei­se habe ich neu­lich fol­gen­des erlebt: Eine Freun­din hat mir erzählt, dass sie Geburts­tag hat­te. Als sie gefragt wur­de, wie alt sie denn gewor­den sei, sag­te sie 29, und ihr vier­jäh­ri­ger Sohn sag­te dann „Ja, 29, schreibt man mit einer Drei und einer Fünf“. Ich muss­te so lachen und hab das natür­lich gleich zum The­ma Kin­der­mund tut Wahr­heit kund in All­tags­wahn­sinn eingebaut.

Die­se Art von Geschich­ten, erzäh­le ich in mei­nen Programmen.

Und dann gibt es natür­lich die Geschich­ten für die Vor­trags­büh­ne oder für den Ver­trieb im Bereich Busi­ness. Und da habe ich oft Kli­en­ten, die ganz vie­le Zah­len, Daten, Fak­ten zu erzäh­len haben und damit natür­lich ehr­lich gesagt nie­man­den hin­ter dem Ofen her­vor­lo­cken kön­nen. Vor­trä­ge wer­den dann ganz oft langweilig.

Nach drei Minu­ten schal­ten die Leu­te ab, bedie­nen sich ihres Han­dys oder ihres iPads oder holen sogar den Rech­ner raus und hören nicht mehr zu.
Des­halb nut­ze Geschich­ten. Geschich­ten erzeu­gen Emo­tio­nen, und Emo­tio­nen sind das, was bei den Leu­ten hängenbleibt.

Ich möch­te euch mal ein Bei­spiel geben aus der Wer­bung. Die Wer­bung kennt das The­ma Sto­ry­tel­ling schon seit vie­len Jah­ren. Und wenn ich in mei­nen Semi­na­ren dar­über erzäh­le, dann blen­de ich ganz oft einen Wer­be­trai­ler von Wert­hers ech­te oder Wert­hers Ori­gi­nal hei­ßen Sie heu­te ein, näm­lich die­sen Film mit dem Großvater.

Was bedeu­tet das? Das bedeu­tet, ich asso­zi­ie­re, wenn ich ein Kara­mell Bon­bon, was fak­tisch aus Sah­ne und Zucker besteht esse, die­ses mit dem guten Gefühl der Großeltern.
Es gibt in der Wer­bung noch ganz, ganz vie­le Bei­spie­le. Viel­leicht erin­nerst du dich an den Wer­be­spot mit Manu­el Neu­er, bei wel­chem er Wer­bung für Coke Zero macht und statt mit sei­ner Freun­din einen Aus­flug ins Fuß­ball­sta­di­on und in die Spie­ler­ka­bi­ne macht. Die­ses Gefühl ent­steht für den Mann, nur, wenn er Coke Zero trinkt…

War­um erzäh­le ich das? Weil ich der Mei­nung bin, Geschich­ten erzeu­gen Emo­tio­nen und an Emo­tio­nen, kann man sich erin­nern. Ich per­sön­lich arbei­te dann ger­ne, zum Bei­spiel in Vor­trä­gen, auch noch mit etwas Hap­ti­schem. Bei­spiels­wei­se bezeich­ne ich mich gern als bun­ten Vogel. Also habe ich bei einem Vor­trag bun­te Federn mit­ge­nom­men, denn ich habe das Bild beschrie­ben, was es denn bedeu­tet, ein bun­ter Vogel zu sein. Es bedeu­tet, dass ich vie­le bun­te Federn habe und dass die­se bun­ten Federn aber eben eins gemein­sam aus­ma­chen, näm­lich einen bun­ten Vogel. Und der fliegt in eine Rich­tung in die Rich­tung Büh­ne. Und um das zu unter­strei­chen, habe ich auf den Tischen bun­te Federn ver­teilt, die sich jeder mit­neh­men konn­te. Und im Ide­al­fall denkt der Zuschau­er, wenn er die­se bun­te Feder in der Hand hat, nicht nur an mei­nen Vor­trag, son­dern auch dar­an, dass er oder sie sich erlau­ben kann, bun­te Federn zu haben. Das heißt nicht, dass man einen Bauch­la­den eröff­net und kei­ner mehr weiß, wel­chen Strang er zie­hen soll, son­dern dass vie­le, vie­le Facet­ten eben auch gemein­sam in eine Rich­tung und in ein Ziel lau­fen dür­fen und dass man sich das durch­aus erlau­ben darf.

Der wich­tigs­te Tipp für mich an die­ser Stel­le ist wie geschrie­ben das Sam­meln der Geschich­ten aus dem All­tag. Hab ein Notiz­buch dabei und schrei­be immer etwas auf was, wenn du es siehst oder erlebst. Beob­ach­te Men­schen, wenn du irgend­wo in einem Café sitzt.

Die schöns­ten Geschich­ten schreibt näm­lich das Leben, notie­re sie dir.

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