Vom Ballett über VIVA zur erfolgreichen Moderatorin –  Interview mit Ilka Groenewold

Ilka Groenewold ist eine erfolgreiche Moderatorin auf Live- und Eventbühnen sowie im Fernsehen, Buchautorin und unfassbar sportlich! Wir haben uns bisher noch nie persönlich getroffen, obwohl wir teilweise die gleichen Bekannten haben und in der Nähe wohnen. Heute im Interview verrät sie uns, wie sie überhaupt auf die Bühne kam, wie sie ihr Bewerbungsvideo für VIVA in ihrem Keller aufnahm, dass sie ein Buch in nur zwei Wochen schrieb, ihre Tipps für eine wirklich gute Moderation und warum sie heute noch stolz auf ihren Auftritt mit DJ Bobo ist. 

Das ganze Interview kannst Du Dir direkt hier anhören.

Wie kam Ilka auf die Bühne?

Ilka wurde mit einem Jahr wegen einer Hüftdysplasie operiert, um ihr weiteres Leben nicht im Rollstuhl zu verbringen. Ein Arzt empfahl den Eltern, Ilka mit knapp drei Jahren ins Ballett zu schicken, da das ein gutes Training sei. Obwohl sie sich selbst nicht als Primaballerina fühlte, hatte sie damals ihre ersten Bühnenauftritte. Es folgten später auch noch Modeschauen für ein Kinder-Luxus-Lable.

Als Ilka sieben Jahre alt war, las ihre Familie in der Zeitung ein Gesuch für Kinderdarsteller für eine Band namens “Elli und die Tüten”. Sie wurde genommen und so kam Ilka zu Auftritten in Formaten wie dem “Tigerenten-Club” und dem “Schlager-Club mit Frank”. 

Später arbeitete Ilka in einer Tanzschule als Choreografin und wollte auf jeden Fall auf die Bühne. Nach dem Abitur studierte sie Musical an der Hamburg School of Entertainment, damit sie so vielfältig wie möglich auftreten kann. 

Wie kam Ilka zur Moderation?

Um das Jahr 2000 herum sah Ilka in der McDonald’s Zeitschrift eine Ausschreibung für Moderator*innen bei VIVA, worauf sie sich bewarb. Da sie sich mit dem Thema Moderation noch nicht so gut auskannte, übte sie in ihrem Keller. 

Sie nahm ein ganzes Video auf VHS-Kassette auf, bei welchem Ilka sämtliche Rollen selbst übernahm. Zuerst tanzte sie zu Britney Spears, dann sang sie Jeanette Biedermann. Dazwischen moderierte sie sich selbst an oder hielt selbstgemalte Poster mit “Pause” vor die Kamera. Ihre “Schnittmethode” des Videos war übrigens “stop” und “record” zu drücken… Das war ihr Bewerbungsvideo! 

Ilka sagt von sich selbst, dass sie kein Ausnahmetalent war, doch sie hatte Mut. Zur damaligen Zeit bekam sie damit sofort eine seriöse Plattform, was es heutzutage nicht mehr so gibt. 

2001 moderierte Ilka die MC Clip Show bei VIVA. Darüber bekam sie auch weitere Engagements und konnte bereits in ihrer Schulzeit damit ihr eigenes Geld verdienen. Ilka war zu dieser Zeit breitgefächert unterwegs und war dann auch als Schauspielerin in der weiblichen Hauptrolle der Serie “Wilde Jungs” zu sehen. 

So konnte sie bereits gute Referenzen sammeln und mit diesem Geld ihre Musical-Ausbildung finanzieren. Und obwohl Ilka das Musical liebt, merkte sie in der Ausbildung bereits, dass der dazugehörige Lifestyle nicht zu ihrem Leben passt. Ein fester Wohnsitz mit Familie und der Beruf als Musical-Darsteller*in sind nur schwer vereinbar. Außerdem war ihr bewusst, dass sie mit dem Schwerpunkt “Tanz” beim Musical immer nur eher in den hinteren Reihen auftreten würde. 

Ilkas Tipps für eine gute Moderation

Dazu sagt Ilka: „Im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen treffen“. Was sie damit meint, verdeutlicht sie mit einer Geschichte, die sie erst kürzlich als Moderatorin erlebt hat. 

Bei einer Veranstaltung übergibt der Gastgeber nach seiner Rede an die nächste Person. Doch diese Übergabe entspricht nicht dem Ablauf. Als Nächstes soll ein Senator dran sein. Hier muss die Moderation also blitzschnell entscheiden, ob sie eingreift oder nicht. 

Gerade in der Politik begegnen Ilka häufiger diese Situationen. Über das Headset bekommt sie eine Anweisung, welche sich nicht mit ihrem Gegenüber auf der Bühne vereinen muss. Ilka sagt, am Ende ist eine gute Moderation eine, die nicht nur sehr gut vorbereitet ist, sondern auch die richtigen Entscheidungen treffen kann. Und diese Fähigkeit kommt hauptsächlich mit der Erfahrung! 

Die Vorbereitung ist laut Ilka jedes Mal sehr individuell. Sie benötigt gewisse Informationen der Auftraggeber, um eine Moderation zu erstellen. Diese lässt sie sich gerne per Mail schicken und klärt letzte Fragen in einem Telefongespräch. Sie schreibt ihren Moderationsleitfaden einmal komplett auf und hat dann anschließend die einzelnen Punkte so im Kopf, dass sie ohne Karten moderiert. Außer für Moderationen auf Englisch, dafür bereitet Ilka entsprechende Kärtchen vor. 

Wie kam Ilka dazu, Buchautorin zu werden? 

Am Ende des ersten Lockdowns schrieb Ilka ihr erstes Buch. Sie wollte das immer gerne einmal tun und nutzte die Corona-Zeit dazu. Es heißt “Empowerment: Wegweiser in ein erfülltes Leben“ und behandelt alle möglichen Dinge, die Ilka privat interessieren. Die Liste reicht von Sport über Immobilieninvestments und Geldanlagen bis hin zu Feng-Shui und Jakobsweg. 

Direkt im Anschluss hatte Ilka viele weitere Ideen, aber noch keine Zeit, um das nächste Buch zu schreiben. Es sollte darum gehen, wie man beruflich erfolgreich wird. So entstand ihr Buch “Erfolgskompass: Deine Reise zum Erfolg” innerhalb von nur zwei Wochen, in welchen Ilka nicht viel zu tun hatte. Das Konzept trug sie da nämlich schon eine ganze Weile mit sich im Kopf herum. 

Im “Erfolgskompass” dreht es sich nicht mehr um Ilka selbst, sondern um andere erfolgreiche Menschen. Ilka führte mit diesen Interviews darüber, wie sie ihr Leben strukturieren, um zu ihrem Erfolg zu kommen. Es kommen Menschen aus allen möglichen Bereichen zu Wort, die über ihren Weg und auch über ihr Scheitern sprechen. 

Ilka selbst sind zwei Messages aus ihrem Buch sehr wichtig: “Scheitern gehört dazu!” Und: „Ein Nein ist ein Ja zu Dir selbst”. Außerdem behandelt das Buch auch das Thema “Werte”, da Ilka diese als die Basis des Erfolgs betrachtet. Um definieren zu können, was Erfolg für Dich ist, musst Du erst einmal verstehen, wer Du bist und was Du willst. Hier spielen die persönlichen Werte eine große Rolle. Um diese herauszufinden, gibt es im Buch sogar eine eigene Übung! 

Ilkas zweites Standbein: der Sport

Während ihrer Musicalausbildung ging Ilka abends gerne noch ins Fitness-Studio. Nach drei Stunden Tanz auf der Bühne! Darüber lernte sie Wolf Dietrich kennen. Er motivierte sie dazu, an der Alster joggen zu gehen, obwohl Ilka anfangs davon überzeugt war, das nicht zu können. 

Mit Wolf gemeinsam lief sie dann viel langsamer, als sie es alleine getan hätte. Und so gelang es ihr, auch weite Strecken zu joggen, anstatt sich direkt am Anfang zu übernehmen und nicht weit zu kommen. 

Mit der Zeit tanzte sie weniger und lief mehr. Sie merkte allerdings, dass das Laufen selbst jedoch recht einseitig ist. Durch ihre Teilnahme am Iron Man stellte Ilka fest, dass ihr die Abwechslung im Sport guttut und sie es genoss, sich rundum wohlzufühlen. 

Ilka ist auch weiterhin als Tanzlehrerin auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Für ein paar Wochen im Jahr bereichert dies ihr Leben sehr. So wie ich auch, ist Ilka ein bunter Vogel und wirklich vielseitig unterwegs. Sie folgt ihrer Leidenschaft, die sich aber auch mal ändern darf. 

Ilkas emotionalstes Erlebnis auf der Bühne

Ilkas Bruder sah 2001 eine Ausschreibung: Für die Tour von DJ Bobo wurden Background-Sängerinnen gesucht. Zunächst fühlte Ilka sich noch nicht gut genug, um sich zu bewerben, ging dann aber doch zum Casting. Sie kam Runde für Runde weiter und wurde letzten Endes auch wegen ihres Gesamtpaketes aus Tanz, Gesang, Schauspielerei und Moderation genommen. 

Diesen Auftritt hat sie sich später digitalisieren lassen und ist auch heute noch sehr stolz darauf. Auch wenn ihre Leistung damals mit 16 vielleicht nicht so war, wie sie heute ist: Sie hat damals das Beste aus ihrem Können gemacht. Und darauf kommt es an![/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]