Vom Ballett über VIVA zur erfolgreichen Moderatorin – Interview mit Ilka Groenewold (Podcatsfolge 129)

Vom Ballett über VIVA zur erfolgreichen Moderatorin –  Interview mit Ilka Groenewold

Ilka Gro­ene­wold ist eine erfolg­rei­che Mode­ra­to­rin auf Live- und Event­büh­nen sowie im Fern­se­hen, Buch­au­torin und unfass­bar sport­lich! Wir haben uns bis­her noch nie per­sön­lich getrof­fen, obwohl wir teil­wei­se die glei­chen Bekann­ten haben und in der Nähe woh­nen. Heu­te im Inter­view ver­rät sie uns, wie sie über­haupt auf die Büh­ne kam, wie sie ihr Bewer­bungs­vi­deo für VIVA in ihrem Kel­ler auf­nahm, dass sie ein Buch in nur zwei Wochen schrieb, ihre Tipps für eine wirk­lich gute Mode­ra­ti­on und war­um sie heu­te noch stolz auf ihren Auf­tritt mit DJ Bobo ist. 

Das gan­ze Inter­view kannst Du Dir direkt hier anhö­ren.

 

Wie kam Ilka auf die Bühne?

Ilka wur­de mit einem Jahr wegen einer Hüft­dys­pla­sie ope­riert, um ihr wei­te­res Leben nicht im Roll­stuhl zu ver­brin­gen. Ein Arzt emp­fahl den Eltern, Ilka mit knapp drei Jah­ren ins Bal­lett zu schi­cken, da das ein gutes Trai­ning sei. Obwohl sie sich selbst nicht als Pri­ma­bal­le­ri­na fühl­te, hat­te sie damals ihre ers­ten Büh­nen­auf­trit­te. Es folg­ten spä­ter auch noch Mode­schau­en für ein Kinder-Luxus-Lable.

Als Ilka sie­ben Jah­re alt war, las ihre Fami­lie in der Zei­tung ein Gesuch für Kin­der­dar­stel­ler für eine Band namens “Elli und die Tüten”. Sie wur­de genom­men und so kam Ilka zu Auf­trit­ten in For­ma­ten wie dem “Tiger­en­ten-Club” und dem “Schla­ger-Club mit Frank”. 

Spä­ter arbei­te­te Ilka in einer Tanz­schu­le als Cho­reo­gra­fin und woll­te auf jeden Fall auf die Büh­ne. Nach dem Abitur stu­dier­te sie Musi­cal an der Ham­burg School of Enter­tain­ment, damit sie so viel­fäl­tig wie mög­lich auf­tre­ten kann. 

 

Wie kam Ilka zur Moderation?

Um das Jahr 2000 her­um sah Ilka in der McDonald’s Zeit­schrift eine Aus­schrei­bung für Moderator*innen bei VIVA, wor­auf sie sich bewarb. Da sie sich mit dem The­ma Mode­ra­ti­on noch nicht so gut aus­kann­te, übte sie in ihrem Keller. 

Sie nahm ein gan­zes Video auf VHS-Kas­set­te auf, bei wel­chem Ilka sämt­li­che Rol­len selbst über­nahm. Zuerst tanz­te sie zu Brit­ney Spears, dann sang sie Jea­net­te Bie­der­mann. Dazwi­schen mode­rier­te sie sich selbst an oder hielt selbst­ge­mal­te Pos­ter mit “Pau­se” vor die Kame­ra. Ihre “Schnitt­me­tho­de” des Vide­os war übri­gens “stop” und “record” zu drü­cken… Das war ihr Bewerbungsvideo! 

Ilka sagt von sich selbst, dass sie kein Aus­nah­me­ta­lent war, doch sie hat­te Mut. Zur dama­li­gen Zeit bekam sie damit sofort eine seriö­se Platt­form, was es heut­zu­ta­ge nicht mehr so gibt. 

2001 mode­rier­te Ilka die MC Clip Show bei VIVA. Dar­über bekam sie auch wei­te­re Enga­ge­ments und konn­te bereits in ihrer Schul­zeit damit ihr eige­nes Geld ver­die­nen. Ilka war zu die­ser Zeit breit­ge­fä­chert unter­wegs und war dann auch als Schau­spie­le­rin in der weib­li­chen Haupt­rol­le der Serie “Wil­de Jungs” zu sehen. 

So konn­te sie bereits gute Refe­ren­zen sam­meln und mit die­sem Geld ihre Musi­cal-Aus­bil­dung finan­zie­ren. Und obwohl Ilka das Musi­cal liebt, merk­te sie in der Aus­bil­dung bereits, dass der dazu­ge­hö­ri­ge Life­style nicht zu ihrem Leben passt. Ein fes­ter Wohn­sitz mit Fami­lie und der Beruf als Musical-Darsteller*in sind nur schwer ver­ein­bar. Außer­dem war ihr bewusst, dass sie mit dem Schwer­punkt “Tanz” beim Musi­cal immer nur eher in den hin­te­ren Rei­hen auf­tre­ten würde. 

 

Ilkas Tipps für eine gute Moderation

Dazu sagt Ilka: ‚Im rich­ti­gen Moment die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen tref­fen’. Was sie damit meint, ver­deut­licht sie mit einer Geschich­te, die sie erst kürz­lich als Mode­ra­to­rin erlebt hat. 

Bei einer Ver­an­stal­tung über­gibt der Gast­ge­ber nach sei­ner Rede an die nächs­te Per­son. Doch die­se Über­ga­be ent­spricht nicht dem Ablauf. Als Nächs­tes soll ein Sena­tor dran sein. Hier muss die Mode­ra­ti­on also blitz­schnell ent­schei­den, ob sie ein­greift oder nicht. 

Gera­de in der Poli­tik begeg­nen Ilka häu­fi­ger die­se Situa­tio­nen. Über das Head­set bekommt sie eine Anwei­sung, wel­che sich nicht mit ihrem Gegen­über auf der Büh­ne ver­ei­nen muss. Ilka sagt, am Ende ist eine gute Mode­ra­ti­on eine, die nicht nur sehr gut vor­be­rei­tet ist, son­dern auch die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen tref­fen kann. Und die­se Fähig­keit kommt haupt­säch­lich mit der Erfahrung! 

Die Vor­be­rei­tung ist laut Ilka jedes Mal sehr indi­vi­du­ell. Sie benö­tigt gewis­se Infor­ma­tio­nen der Auf­trag­ge­ber, um eine Mode­ra­ti­on zu erstel­len. Die­se lässt sie sich ger­ne per Mail schi­cken und klärt letz­te Fra­gen in einem Tele­fon­ge­spräch. Sie schreibt ihren Mode­ra­ti­ons­leit­fa­den ein­mal kom­plett auf und hat dann anschlie­ßend die ein­zel­nen Punk­te so im Kopf, dass sie ohne Kar­ten mode­riert. Außer für Mode­ra­tio­nen auf Eng­lisch, dafür berei­tet Ilka ent­spre­chen­de Kärt­chen vor. 

 

Wie kam Ilka dazu, Buchautorin zu werden? 

Am Ende des ers­ten Lock­downs schrieb Ilka ihr ers­tes Buch. Sie woll­te das immer ger­ne ein­mal tun und nutz­te die Coro­na-Zeit dazu. Es heißt “Empower­ment: Weg­wei­ser in ein erfüll­tes Leben’ und behan­delt alle mög­li­chen Din­ge, die Ilka pri­vat inter­es­sie­ren. Die Lis­te reicht von Sport über Immo­bi­li­en­in­vest­ments und Geld­an­la­gen bis hin zu Feng-Shui und Jakobsweg. 

Direkt im Anschluss hat­te Ilka vie­le wei­te­re Ideen, aber noch kei­ne Zeit, um das nächs­te Buch zu schrei­ben. Es soll­te dar­um gehen, wie man beruf­lich erfolg­reich wird. So ent­stand ihr Buch “Erfolgs­kom­pass: Dei­ne Rei­se zum Erfolg” inner­halb von nur zwei Wochen, in wel­chen Ilka nicht viel zu tun hat­te. Das Kon­zept trug sie da näm­lich schon eine gan­ze Wei­le mit sich im Kopf herum. 

Im “Erfolgs­kom­pass” dreht es sich nicht mehr um Ilka selbst, son­dern um ande­re erfolg­rei­che Men­schen. Ilka führ­te mit die­sen Inter­views dar­über, wie sie ihr Leben struk­tu­rie­ren, um zu ihrem Erfolg zu kom­men. Es kom­men Men­schen aus allen mög­li­chen Berei­chen zu Wort, die über ihren Weg und auch über ihr Schei­tern sprechen. 

Ilka selbst sind zwei Messages aus ihrem Buch sehr wich­tig: “Schei­tern gehört dazu!” Und: ‚Ein Nein ist ein Ja zu Dir selbst”. Außer­dem behan­delt das Buch auch das The­ma “Wer­te”, da Ilka die­se als die Basis des Erfolgs betrach­tet. Um defi­nie­ren zu kön­nen, was Erfolg für Dich ist, musst Du erst ein­mal ver­ste­hen, wer Du bist und was Du willst. Hier spie­len die per­sön­li­chen Wer­te eine gro­ße Rol­le. Um die­se her­aus­zu­fin­den, gibt es im Buch sogar eine eige­ne Übung! 

 

Ilkas zweites Standbein: der Sport

Wäh­rend ihrer Musi­calaus­bil­dung ging Ilka abends ger­ne noch ins Fit­ness-Stu­dio. Nach drei Stun­den Tanz auf der Büh­ne! Dar­über lern­te sie Wolf Diet­rich ken­nen. Er moti­vier­te sie dazu, an der Als­ter jog­gen zu gehen, obwohl Ilka anfangs davon über­zeugt war, das nicht zu können. 

Mit Wolf gemein­sam lief sie dann viel lang­sa­mer, als sie es allei­ne getan hät­te. Und so gelang es ihr, auch wei­te Stre­cken zu jog­gen, anstatt sich direkt am Anfang zu über­neh­men und nicht weit zu kommen. 

Mit der Zeit tanz­te sie weni­ger und lief mehr. Sie merk­te aller­dings, dass das Lau­fen selbst jedoch recht ein­sei­tig ist. Durch ihre Teil­nah­me am Iron Man stell­te Ilka fest, dass ihr die Abwechs­lung im Sport gut­tut und sie es genoss, sich rund­um wohlzufühlen. 

Ilka ist auch wei­ter­hin als Tanz­leh­re­rin auf Kreuz­fahrt­schif­fen unter­wegs. Für ein paar Wochen im Jahr berei­chert dies ihr Leben sehr. So wie ich auch, ist Ilka ein bun­ter Vogel und wirk­lich viel­sei­tig unter­wegs. Sie folgt ihrer Lei­den­schaft, die sich aber auch mal ändern darf. 

 

Ilkas emotionalstes Erlebnis auf der Bühne

Ilkas Bru­der sah 2001 eine Aus­schrei­bung: Für die Tour von DJ Bobo wur­den Back­ground-Sän­ge­rin­nen gesucht. Zunächst fühl­te Ilka sich noch nicht gut genug, um sich zu bewer­ben, ging dann aber doch zum Cas­ting. Sie kam Run­de für Run­de wei­ter und wur­de letz­ten Endes auch wegen ihres Gesamt­pa­ke­tes aus Tanz, Gesang, Schau­spie­le­rei und Mode­ra­ti­on genommen. 

Die­sen Auf­tritt hat sie sich spä­ter digi­ta­li­sie­ren las­sen und ist auch heu­te noch sehr stolz dar­auf. Auch wenn ihre Leis­tung damals mit 16 viel­leicht nicht so war, wie sie heu­te ist: Sie hat damals das Bes­te aus ihrem Kön­nen gemacht. Und dar­auf kommt es an!

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