Warum scheitern wichtig für die Bühne ist (Podcast-Folge 98)

Warum scheitern wichtig für die Bühne ist

Ach­tung, es wird per­sön­lich! Ich ver­ra­te Dir, an wel­chen Punk­ten mein Leben nicht so grad­li­nig ver­lau­fen ist, wie es scheint. Und was das mit der Büh­ne und Dir zu tun hat.

Ich habe vor kur­zem mei­nen Grup­pen­kurs “Rock your Sta­ge – Dein mit­rei­ßen­der Pitch” gelauncht und habe mir  vie­le Gedan­ken dar­über gemacht. Wird jemand die­sen Kurs kau­fen? Ist es ein Schei­tern, wenn nie­mand die­sen Kurs kauft? Über die­ses The­ma spre­che ich in mei­ner Pod­cast­fol­ge Nr. 98. Und wenn Du mich kennst, weißt Du, dass ich spä­tes­tens am Ende die Klam­mer zur Büh­ne schlie­ßen werde!

Ich hab mich natür­lich auch gefragt, ob ich eigent­lich schon mal geschei­tert bin. Mein ers­ter Gedan­ke dazu war: Nein, es ging bei mir immer alles den gera­den Weg. Dann muss­te ich doch etwas lachen, denn natür­lich war es nicht so. Des­halb habe ich mich ent­schlos­sen, Dir etwas von mei­ner Geschich­te zu erzählen!

Schei­tern: Ja, auch mir pas­siert das!

Ver­meint­lich sieht es von außen so aus, als wäre mein Leben immer grad­li­nig ver­lau­fen. Aber so war es nicht! Schon in der Schu­le war es nicht immer ein­fach für mich. Ich war zwar Schul­spre­che­rin, in der Schul­band und Solis­tin im Chor. Doch in mei­nem Jahr­gang war ich nicht sehr beliebt und wur­de des­halb trotz Gesangs- und Schau­spiel­hin­ter­grund sogar aus der Abi-Band und vom Abi-Film aus­ge­schlos­sen. Selbst­ver­ständ­lich war das für mich eine Belastung.

 

Im Buch “Wie hast Du das gemacht” Band 2 schrieb ich ein gan­zes Kapi­tel dar­über. Ich war schon immer ein Freak. Ich war damals schon so aktiv, ein Scan­ner­typ und “tanz­te auf vie­len Hoch­zei­ten”. Sän­ge­rin in 3 Bands, Vol­ti­gier-Wett­be­wer­be, Spiel­manns­zug, Nach­hil­fe­leh­re­rin und eine 5,5 Jah­re älte­re Schwes­ter sowie vie­le älte­re Freun­de mach­ten mich “anders” als die ande­ren. Men­schen konn­ten mich so nicht rich­tig ein­ord­nen und hiel­ten mich für arrogant.

 

Für mei­ne dua­le Aus­bil­dung habe ich mich bei der Hypo­Ver­eins­bank in Ham­burg bewor­ben. Dort absol­vier­te ich eine Art Assess­ment Cen­ter mit eini­gen komi­schen Auf­ga­ben. Es folg­te eine Absa­ge, da sie durch den Test fest­ge­stellt hät­ten, ich sei nicht team­fä­hig. Aus heu­ti­ger Sicht sehr lus­tig. Letz­ten Endes hat mich die Com­merz­bank in Mann­heim genom­men, so wie ich war. Und dort hat­te ich eine super Zeit!

Wäh­rend der Aus­bil­dung in Mann­heim bewarb ich mich für die Musi­calaus­bil­dung, bekam eine Zusa­ge und nahm die­se dann nicht an, um doch zuerst mein Stu­di­um zu been­den. Spä­ter mach­te ich mei­ne Aus­bil­dung dann an der Musi­cal­schu­le in Ham­burg. Nach die­ser Aus­bil­dung ging ich zu zahl­rei­chen Audi­tions, ich flog sogar nach Wien. Für das Musi­cal von “Aida” kam ich unter die letz­ten 5 Fina­lis­tin­nen für die Zweit­be­set­zung der Amne­ris. Und dann kam die Absa­ge, weil ich zu klein war! Das hin­ter­ließ einen tie­fen Riss in mei­ner Seele.

Ich war auch bei einer Pro­duk­ti­on dabei, die dann geplatzt ist. So gese­hen bin ich wirk­lich ganz oft geschei­tert. Doch aus der heu­ti­gen Sicht neh­me ich das gar nicht mehr so wahr. Durch den Launch mei­nes Kur­ses den­ke ich nun wie­der dar­über nach. Denn in dem Moment, als ich die Fol­ge auf­ge­nom­men habe, wuss­te ich noch nicht, ob ich genü­gend Teil­neh­mer dafür bekom­men werde.

Was hat schei­tern jetzt mit der Büh­ne zu tun?

Wir kön­nen ver­su­chen, erst nach drau­ßen zu gehen, wenn alles per­fekt ist. Die The­men für mei­nen Online-Kurs sit­zen per­fekt, sie sind tau­send­fach erprobt und ich weiß, was ich da mache. Doch die Pro­zes­se dahin­ter sind noch nicht per­fekt. Da bin ich zur Zeit mit­ten in der Lernkurve!

Wenn sich also nie­mand dafür anmel­det, habe ich die Wahl. Ent­we­der ich sage, ich las­se es und klop­fe das alles in die Ton­ne und kon­zen­trie­re mich auf mein eigent­li­ches Busi­ness im Fir­men­be­reich und im Ver­trieb mei­ner Stü­cke auf der Büh­ne. Doch nur das möch­te ich nicht! Ich möch­te online noch mehr Men­schen errei­chen. Zusätz­lich möch­te ich mehr Fle­xi­bi­li­tät, um für mei­ne Toch­ter bei ihrem Schul­ein­tritt da zu sein. Des­halb möch­te ich mich weiterentwickeln!

Und auch für Dich ergibt es kei­nen Sinn zu war­ten, bis alles per­fekt ist. Du ver­passt so viel, wenn Du war­test. Und Du lernst auch dadurch! Mein ers­ter Busi­ness-Vor­trag auf einem Frau­en-Kon­gress ist schon ein paar Jah­re her. Am Abend vor­her bekam ich furcht­ba­re Kopf­schmer­zen, was ich sonst nicht habe. Ich merk­te aber, dass die­se Ver­an­stal­tung nicht mei­ne Büh­ne war und ich mich nicht wohl­fühl­te. Man könn­te sagen, ich bin geschei­tert. Doch ich sage, es war ein Lern­feld. Ich habe so viel dabei gelernt, was mir bis heu­te hilft. Und selbst aus die­sem wirk­lich nicht per­fek­ten Auf­tritt ist ein Auf­trag entstanden.

Trau Dich, aus­zu­pro­bie­ren und viel­leicht zu schei­tern. Denn dar­aus gewinnst Du Geschich­ten, wel­che Du für Dein Sto­ry­tel­ling nut­zen kannst! Und nur mit ech­tem Publi­kum lernst Du, wie Dei­ne Ziel­grup­pe tickt, wel­che Spra­che sie spre­chen, wie Dei­ne Kern­bot­schaft bei ihnen ankommt.

Musst Du “Dreck gefres­sen haben”, um gute Vor­trä­ge zu halten?

Ich ging ein­mal zu einer Ver­an­stal­tung eines gro­ßen Spea­kers, um zu sehen, war­um er die Men­schen so begeis­tert. Er erzähl­te sei­ne Geschich­te des Schei­terns und wie er es schaff­te. Im Anschluss frag­te ich ihn, ob wir die­se Sto­rys wirk­lich brau­chen. Ob wir “Dreck gefres­sen haben” müs­sen, um erfolg­reich auf der Büh­ne zu sein. Er sag­te mir, das müs­se ich nicht, doch die Leu­ten woll­ten dies hören.

 

Ich sage Dir: Nein, das musst Du nicht. Es rei­chen auch die klei­nen Geschich­ten, die Dich mensch­lich und sym­pa­thisch machen. Und manch­mal sind es auch die Erfolgs­ge­schich­ten, wel­che die Men­schen begeis­tern. Hör Dir dazu noch­mal mei­ne Pod­cast­fol­ge Nr. 62 zum The­ma Sto­ry­tel­ling an: Sto­ry­tel­ling Erzählformate

Also: Sei mutig, schei­te­re, gibt nicht auf und geh wei­ter. Nut­ze die Büh­nen, die es da drau­ßen gibt. Und hol Dir Unter­stüt­zung, sprich mich ger­ne an, lade Dir mei­ne Work­books run­ter oder suche Dir eine ande­re Per­son, wel­che Dir hilft!

 

Es ist nicht immer ein­fach. Doch aus eige­ner Erfah­rung kann ich Dir ver­si­chern, dass es ein­fa­cher wird!

 

PS: Bald gibt es im Pod­cast mei­ne Jubi­lä­ums­fol­ge! Ich möch­te mei­ne Com­mu­ni­ty zu Wort kom­men las­sen. Möch­test Du dabei sein? – schi­cke mir eine Mail an kontakt@sonja-gruendemann.de! Alle Infos fol­gen dann.

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