[vc_row][vc_column][vc_column_text]Wir brauchen mehr Interaktion um das Reden wieder zu lernen!

Mit großem Entsetzen habe ich letzte Woche erfahren, dass die lange Zeit der Online-Meetings nicht spurlos an den Menschen vorbeigegangen ist. Sie haben sich daran gewöhnt, mit ausgeschalteter Kamera, mehr oder weniger aufmerksam, einer reinen Frontbeschallung zuzuhören und nicht am Geschehen teilzunehmen. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck kommen sie nun zurück in die Präsenzveranstaltungen. Ich gebe Dir Tipps für mehr Interaktion in Online- und Offline-Meetings!

Du kannst Dir die ganze Folge direkt hier anhören.

 

Warum die Interaktion verloren ging

Während eines Meetings, welches ich moderierte, teilte eine Hochschuldozentin ihre Beobachtung aus der Uni: Ihre Studenten reden in den Präsenzveranstaltungen nicht mehr miteinander. Sie treten nicht in den Austausch. Diese Beobachtung schockierte mich sehr.

Haben die Menschen verlernt zu reden? Ich befürchte, es könnte nicht nur bei Studentinnen und Studenten so sein. Die “Frontbeschallung” hat insbesondere online so sehr zugenommen, dass wir kaum mehr im Austausch sind. Viele Menschen sind in Online-Meetings nicht zu Wort gekommen oder wurden nicht mit einbezogen. So haben sie es sich regelrecht abgewöhnt zu reden.

Wie können wir nun gut von online wieder zu offline kommen? Wie können wir mehr Interaktivität in Online-Formate bringen?

Meine Tipps für mehr Interaktion in Online-Meetings

Falls Du selbst online Veranstaltungen machst, sorge bitte für genügend Austausch unter den Teilnehmenden! Ich gebe Dir hier Tipps, wie das gelingt:

Wenn ich Teammeetings leite, bitte ich alle, ihren Namen zu sagen und der Gruppe ein “Geschenk” zu machen. Zum Beispiel eine Empfehlung für ein Restaurant, ihr Lieblings-Rezept oder einen Film-/Buchtipp. Und ich fordere alle dazu auf, ihre Kamera dabei anzuschalten. Sollte hier die Internetverbindung zu schlecht sein, gibt es auch einen Trick: Alle anderen schalten in dieser Zeit ihre Kamera aus. So funktioniert es normalerweise.

Diese Übung erleichtert das Sprechen, da niemand viel über sich selbst und seine Leistungen erzählen muss. Vielmehr kann jeder einzelne über seine Leidenschaft sprechen und beispielsweise das Lieblings-Rezept verraten.

Diese Vorstellungsrunde geht ganz schnell. Doch wir erfahren etwas über den anderen, was wir so vermutlich noch nicht wussten. Diese Methode eignet sich also auch für Runden, die Du schon gut kennst. Beim Teammeeting letzte Woche kamen dabei ganz viele tolle Buchempfehlungen zusammen. So bekommst Du die Menschen wieder zum Reden!

Sicher kennst Du das von Vorträgen oder Seminaren: Du stellst eine Frage und keiner meldet sich. Das ist nun sicher nicht einfacher geworden. Lass die Leute ihren Namen in den Chat schreiben und gleichzeitig abschicken. Was passiert? Die Namen erscheinen in einer zufälligen Reihenfolge, in welcher Du die Teilnehmer dann aufrufen kannst.

Kündige am besten am Anfang an, dass jeder einmal drankommen wird und Du sie im Laufe des Seminars direkt ansprechen wirst. Nimm Dir dafür auch unbedingt genügend Zeit. Denn es ist erwiesen, dass Menschen in der Interaktion wesentlich aufmerksamer sind, als wenn sie nur zuhören. Es nützt nichts, Dein Programm in einer gewissen, beschränkten Zeit “durchzuprügeln”, da vieles davon nicht bei den Teilnehmern ankommen wird. Diese Methode ist auch für Dich weniger anstrengend, da Du nicht die ganze Zeit die aktive Person bist.

Meine Tipps für mehr Interaktion in Offline-Meetings

Nun starten wir wieder offline. Falls Du auch vor der Situation stehst, dass Deine Teilnehmer nicht mehr reden, habe ich auch dafür Tipps für Dich mitgebracht:

Stelle Fragen! Nimm direkten Blickkontakt auf und sprich dadurch die Menschen an. Auch hier kannst Du vorab ankündigen, dass jeder mal drankommen wird. Für die Warm-up Reihenfolge kannst Du Zettel mit Nummern ziehen lassen. Auch dabei eignet sich die Vorstellungsrunde mit Namen + “Geschenk” wie oben erklärt. Diese Methode funktioniert auch offline super!

Du kannst durchaus auch klassisch mit der Erwartungsabfrage anfangen. Jeder darf sich also etwas für die kommende Stunde wünschen. Dies ist jedoch etwas höherschwellig als die erste Übung. Der große Vorteil der “Geschenk”-Übung ist es, dass es um die Leidenschaften der Menschen geht. Darüber sprechen alle gerne und hinterher herrscht eine sehr positive Stimmung.

Für die weitere Interaktion kannst Du kleine Gruppen auslosen, in welchen sich die Teilnehmer zunächst austauschen können. Fang hier mit Zweier- oder Dreiergruppen an. Denn schon vor Corona hatten viele Menschen damit Probleme, vor großen Gruppen zu sprechen. Dies können wir dadurch auflockern.

Forme nach diesem Austausch aus den Kleinstgruppen größere Teams, die sich dann gemeinsam eine kreative Präsentation des Erarbeiteten überlegen. Eine tolle Übung hierfür: Lass die Teams eine Überschrift für ihre Präsentation überlegen, oder eine Ankündigung wie eine Radiosendung oder ein Theaterstück ausarbeiten. So bringst Du auch etwas Spannung in die Präsentation, die erfahrungsgemäß ebenfalls eine Hürde für Menschen darstellt.

Versuche die Menschen wieder in den Dialog zu bringen. Nutze hierfür online sowie offline kreative Methoden. Motiviere die Teilnehmer dazu, etwas von sich zu erzählen was außerhalb des Fachlichen liegt. Bringe sie zum Reden, zunächst in kleineren Gruppen, dann in größeren und schließlich vor der ganzen Gruppe. Hier bist Du gefragt! Begeistere Dich selbst vom Thema und gehe in die Interaktion. Geh dabei gerne von Dir selbst aus, wie es Dir geht, wenn Du bei Workshops nur von Vorne beschallt wirst… Da greife auch ich durchaus mal zum Handy und bin nicht aufmerksam. Das muss nicht sein. Ich hoffe, meine Tipps helfen Dir bei der Umsetzung!

Wenn Dich das weiter interessiert, schreibe mir gerne eine E-Mail an office@sonja-gruendemann.de! Trag Dich auch gerne jetzt schon auf die Storytelling-Warteliste ein, denn mein nächster Kurs ist schon in Planung. So verpasst Du nicht, wenn es wieder losgeht.

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