Mein Interviewgast ist absoluter Experte im Bereich Innovation. Christian Buchholz ist Speaker, Firmeninhaber, Trainer und Coach. Und nicht nur das, er ist auch sein einem Jahr mein Mentor über das GSA-Mentee-Programm. Ich habe ihn bewusst ausgewählt, da mich seine Art unglaublich anspricht, worüber wir uns im Interview auch unterhalten. Außerdem hat Christian gerade sein neues Buch “Das große Handbuch der digitalen Transformation” vorgestellt, worüber wir selbstverständlich auch sprechen.  

Das ganze Interview kannst Du direkt hier anhören.

Digitale Transformation – haben wir da noch Lust drauf?  

Das Thema hängt uns eigentlich etwas zum Hals raus. Denn die letzten zwei Jahre während Corona haben wir sehr viel digitale Transformation erfahren. Doch sind wir wirklich in Deutschland bereits so weit, wie wir glauben? 

Christian geht davon aus, dass wir noch mitten in der Entwicklung stecken. Manche Branchen, wie z.B. die Medien-Branche stellten vor langer Zeit bereits um und liefern ihre Produkte digital aus. Doch andere Branchen stehen hier wirklich noch am Anfang. Christian findet, es sei eine Gefahr, sich nicht mehr damit beschäftigen zu wollen.  

Beim Thema künstliche Intelligenz gibt es laut Christian in vielen Branchen weiterhin großes Entwicklungspotenzial. Lernende Programme beeinflussen unser Leben, ohne dass wir es immer merken. Alexa, Google Translate und DeepL beispielsweise haben solche Algorithmen, welche sich selbst stetig verbessern. Von solchen Programmen werden wir in Zukunft noch einiges mehr mitbekommen.  

 

Innovation – ein weites Feld 

“Das große Handbuch Innovation” heißt ein anderes Buch von Christian. Zu diesem Thema steht er auch als Speaker auf der Bühne. Doch über was spricht er dann? Schließlich ist “Innovation” ein sehr weites Feld.  

Christians Vorträge zur Innovation sind sehr unterschiedlich. Er spricht beispielsweise darüber, wie wir es schaffen, über neue Dinge nachzudenken und uns im von Routinen bestimmten Alltag das entsprechende Mindset anzueignen. Wie bleiben wir kreativ und neugierig? Wie erfinde ich mich, meine Produkte und Prozesse immer wieder neu?  

Die Essenz von Innovation liegt für Christian darin, dass Menschen zusammenkommen und gemeinsam Ideen entwickeln. Innovation ist immer Teamarbeit! Die Fragestellung hierbei ist, wie ein optimaler Raum dafür geschaffen werden kann. In Christians Büchern geht es um die Methoden, welche hierbei hilfreich sind. Das meint nicht nur Dinge wie “Brainstorming” oder “Design Thinking”, sondern auch beispielsweise die Methode der “guten Geschichte”, die als wahrer Kopföffner dient.  

   

Nachhaltigkeit – wie passt das zusammen? 

Ein weiteres Thema, welches Christian sehr am Herzen liegt, ist die Nachhaltigkeit. Auf den ersten Blick passt dies nicht ganz mit den Themen digitale Transformation und Innovation zusammen. Denn bei Veränderungen oder Erneuerungen entsteht doch automatisch “Abfall”, oder?  

Christian findet, dass die Nachhaltigkeit etwas ist, das wir dringend in unser Denken und Leben integrieren müssen. Er sagt, es ist DAS Thema unserer Zeit, insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel.  

Für ihn schließen sich Nachhaltigkeit und Innovation sowie digitale Transformation auch nicht aus. Oft geht es darum, ein Produkt zu verbessern, was heutzutage nicht ohne Nachhaltigkeit funktioniert. Innovation muss einen Mehrwert liefern – und das nicht nur für den Kunden, sondern im Idealfall auch für die Umwelt!  

In vielen Branchen gibt es strikte Regelungen und Gesetze, welche Innovationen notwendig machen. Doch auch die Industriekunden fragen nachhaltige Produkte immer mehr nach. Apple will beispielsweise bis 2030 Co2-neutral sein. Das hat große Auswirkungen auf ihre Zulieferer, welche sich daran messen lassen müssen.  

Für Christian ist Nachhaltigkeit nicht nur eine Veränderung der Denkhaltung, sondern auch eine Veränderung der Produktentwicklung. Das bedeutet: Innovation. Digitalisierung ist ein sehr gutes Mittel, um dies zu beschleunigen. Christian sagt, Nachhaltigkeit ist nur durch Digitalisierung umsetzbar.  

 

Wie bereitet sich Christian auf seine Speeches vor? 

Eine der wichtigsten Vorbereitungen für Christian ist das Verständnis für die Situation des Kunden, welcher ihn gebucht hat. Wo sind die Anknüpfungspunkte, welche eine Verbindung zwischen dem Publikum und dem realen Leben schaffen? Deshalb nutzt Christian Geschichten, bei welchen die Menschen etwas für sich und ihr Leben mitnehmen können.  

Aus diesen Gründen ist keiner von Christians Vorträgen gleich. Er nutzt zwar ähnliche Elemente oder Geschichten, welche gut funktionieren. Doch er passt seine Vorträge jeweils der entsprechenden Zielgruppe an.  

Christian stellt sich in der Vorbereitung folgende wichtige Fragen:  

  • Was sind die aktuellen Herausforderungen der Menschen? 
  • Was genau tun sie tagtäglich in ihrem Job? Wie sieht die Arbeit konkret aus? 
  • Wie sieht die Lebenswirklichkeit aus? 
  • Was sind “verbotene” Worte in dieser Organisation/Branche? 

Zum letzten Punkt hat Christian folgendes erlebt: Er sollte einen Vortrag zum Thema Innovation halten, wurde aber vorher darauf hingewiesen, das Wort “Innovation” nicht zu nutzen. Denn die vorherige Geschäftsführung hat jede Restrukturierungsmaßnahme als “Innovation” betitelt und so weckte dieses Wort bei der Belegschaft direkt Erinnerungen. 

Ich erlebe es auch, wenn ich in ein Unternehmen komme und sage, dass ich Schauspielerin bin. Die Menschen bekommen direkt Angst vor den obligatorischen Rollenspielen. Das ist mir bewusst, ich kann damit entsprechend umgehen und das berücksichtigen.  

Um seine Vorträge vorzubereiten, blockt Christian sich gezielt Zeiten in seinem Kalender. Wie lange er genau dafür braucht, ist sehr unterschiedlich. Wenn er exakt weiß, dass einer seiner bereits vorhandenen Vorträge auf die Situation passt und nur leicht verändert werden muss, dann können auch mal schon zwei Stunden ausreichend sein. An anderen Vorträgen sitzt er einen ganzen Tag lang.  

Wenn Christian neue Geschichten für seine Vorträge hat, stellt er diese vorab seinen Freunden und Kollegen vor. Er nutzt viele Bilder und testet vorab, ob diese in seinem Gegenüber das auslösen, was sie auslösen sollen. Er lässt sich also Feedback geben.  

 

Wie kann ich meinen Vortrag innovativ und nachhaltig gestalten? 

Christians erste Frage wäre: Was wollen die Kunden? Denn die tollste Idee bringt nichts, wenn sie keinen Mehrwert für den Kunden oder das Publikum haben. Erforsche die Menschen, die vor Dir sitzen!  

Welche Geschichten, welche Art des Vortrags brauchen diese Menschen, damit es für sie spannend ist und nachhaltig wirkt? Welche Schnittstelle kannst Du zwischen Deinem Kernthema und dem Leben des Publikums schaffen? Frag Dich, welche technischen Elemente Du sinnvoll in Deinen Vortrag einbauen kannst.  

Christian sagt, wenn die Geschichte passt und relevant ist, braucht der Vortrag keinen “innovativen Anstrich”. Eine Person mit einem Stuhl und Mikrofon auf der Bühne kann dann schon ausreichend sein.  

Um einen Vortrag nachhaltiger zu gestalten, rät Christian zu einer Reduzierung der Inhalte. Mach nicht zu viele Fässer auf! Schicke ein bis zwei Botschaften, welche Du in Deinem Vortrag von verschiedenen Blickwinkeln betrachtest. Das wirklich zu tun musste Christian selbst schmerzhaft lernen. Früher wollte er gern alles, was er zu einem Thema weiß, in einen Vortrag zu packen.  

Schaffe eine Neugier beim Publikum für Dein Thema. Wenn die Menschen nach Deinem Vortrag das Bedürfnis haben, dazu erst mal ein Buch zu lesen oder zu googeln, wirken Deine Inhalte nachhaltig. Und so fängt die Veränderung in ihnen an.  

 

Christians schrecklichstes Bühnen-Erlebnis 

Christian sagt, er habe viele schreckliche Momente auf der Bühne erlebt. Diese hätten immer mit schlechter Vorbereitung oder einem schlechten Briefing zu tun gehabt. Aus diesem Grund ist ihm beides heute so wichtig!  

Vermutlich kennen es alle Speaker: Du stehst auf der Bühne, sagst etwas und merkst noch genau in diesem Moment, dass es die falsche Sache war und etwas im Publikum antriggert. Häufig ist es schwierig, das dann wieder in eine andere Richtung zu lenken.  

Christian hatte in einem Vortrag mehrfach ein Wort genutzt, welches sich im Nachgang als der Name eines früheren Vorstandsvorsitzenden herausstellte. Alle Geschichten, welche Christian erzählte, bezog das Publikum dann immer auf diese Person und die Leute hatten das Gefühl es solle eine bestimmte Botschaft vermittelt werden. Was überhaupt nicht der Fall war! 

Aus diesem Grund ist es für Christian so wichtig, während des Vortrags immer im Kontakt mit dem Publikum zu sein. Denn so entstehen auch die besten Vorträge!  

 

Christians schönstes Bühnen-Erlebnis 

Den Kontakt zum Publikum sucht Christian auch nach dem Vortrag. Er mag es gerne, sich dann noch mit den Menschen zu unterhalten.  

Eine Situation ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben: Eine Teilnehmerin war Monate nach Christians Vortrag bei einem weiteren Vortrag von ihm. Hinterher erzählte sie, dass der erste Vortrag sehr viel in ihre ausgelöst hatte. Sie wollte gerne in ihrer Stelle im Marketing mehr selbst umsetzen. Sie hatte eine Idee und ging mit dieser zur Führungskraft. Das führte letzten Endes dazu, dass sie nun einen anderen Job hat und im Unternehmen für die Umsetzung genau dieser Idee verantwortlich ist. Ihr Leben wurde komplett umgekrempelt!  

Als Speaker kann man also wirklich auch was bewegen! Und Christian bewegt wirklich viel. 

 

Das “verrocchio Institute” 

Du willst mit Christian zusammenarbeiten? Dann ist das verrocchio Institute Deine beste Möglichkeit. Das Angebot ist sehr vielfältig. Beispielsweise gibt es die Begleitung von Unternehmen bei Innovationsprozessen, welche Innovation Coaches innerhalb des Unternehmens ausbilden.  

Andrea del Verrocchio war übrigens der Lehrer von Leonardo Da Vinci. Da heutzutage mehr denn je Innovatoren gebraucht werden, hat sich das Institut zur Aufgabe gemacht, diese auszubilden und an die Hand zu nehmen.  

Alle Informationen über das verrocchio Institute findest Du hier: https://www.verrocchio.institute

 

Christians Tipp für Veränderung 

Wenn Du jetzt denkst, dass Du auch gerne etwas verändern willst, hat Christian folgenden Tipp für Dich: Beginne mit dem Ende! Überlege Dir, was Du erreichen willst, was soll passieren, welche Wirkung soll es haben? Wenn Dir das klar ist, dann überlegen, welche Schritte Dich dort hinbringen.  

 [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]