Digitale Transformation, Innovation und Nachhaltigkeit – Interview mit Christian Buchholz (Podcastfolge 121)

Digitale Transformation, Innovation und Nachhaltigkeit – Interview mit Christian Buchholz 

Mein Inter­view­gast ist abso­lu­ter Exper­te im Bereich Inno­va­ti­on. Chris­ti­an Buch­holz ist Spea­ker, Fir­men­in­ha­ber, Trai­ner und Coach. Und nicht nur das, er ist auch sein einem Jahr mein Men­tor über das GSA-Men­tee-Pro­gramm. Ich habe ihn bewusst aus­ge­wählt, da mich sei­ne Art unglaub­lich anspricht, wor­über wir uns im Inter­view auch unter­hal­ten. Außer­dem hat Chris­ti­an gera­de sein neu­es Buch “Das gro­ße Hand­buch der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on” vor­ge­stellt, wor­über wir selbst­ver­ständ­lich auch sprechen. 

 

Digitale Transformation – haben wir da noch Lust drauf?  

Das The­ma hängt uns eigent­lich etwas zum Hals raus. Denn die letz­ten zwei Jah­re wäh­rend Coro­na haben wir sehr viel digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on erfah­ren. Doch sind wir wirk­lich in Deutsch­land bereits so weit, wie wir glauben? 

Chris­ti­an geht davon aus, dass wir noch mit­ten in der Ent­wick­lung ste­cken. Man­che Bran­chen, wie z.B. die Medi­en-Bran­che stell­ten vor lan­ger Zeit bereits um und lie­fern ihre Pro­duk­te digi­tal aus. Doch ande­re Bran­chen ste­hen hier wirk­lich noch am Anfang. Chris­ti­an fin­det, es sei eine Gefahr, sich nicht mehr damit beschäf­ti­gen zu wollen. 

Beim The­ma künst­li­che Intel­li­genz gibt es laut Chris­ti­an in vie­len Bran­chen wei­ter­hin gro­ßes Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al. Ler­nen­de Pro­gram­me beein­flus­sen unser Leben, ohne dass wir es immer mer­ken. Ale­xa, Goog­le Trans­la­te und DeepL bei­spiels­wei­se haben sol­che Algo­rith­men, wel­che sich selbst ste­tig ver­bes­sern. Von sol­chen Pro­gram­men wer­den wir in Zukunft noch eini­ges mehr mitbekommen. 

 

Innovation – ein weites Feld 

“Das gro­ße Hand­buch Inno­va­ti­on” heißt ein ande­res Buch von Chris­ti­an. Zu die­sem The­ma steht er auch als Spea­ker auf der Büh­ne. Doch über was spricht er dann? Schließ­lich ist “Inno­va­ti­on” ein sehr wei­tes Feld. 

Chris­ti­ans Vor­trä­ge zur Inno­va­ti­on sind sehr unter­schied­lich. Er spricht bei­spiels­wei­se dar­über, wie wir es schaf­fen, über neue Din­ge nach­zu­den­ken und uns im von Rou­ti­nen bestimm­ten All­tag das ent­spre­chen­de Mind­set anzu­eig­nen. Wie blei­ben wir krea­tiv und neu­gie­rig? Wie erfin­de ich mich, mei­ne Pro­duk­te und Pro­zes­se immer wie­der neu? 

Die Essenz von Inno­va­ti­on liegt für Chris­ti­an dar­in, dass Men­schen zusam­men­kom­men und gemein­sam Ideen ent­wi­ckeln. Inno­va­ti­on ist immer Team­ar­beit! Die Fra­ge­stel­lung hier­bei ist, wie ein opti­ma­ler Raum dafür geschaf­fen wer­den kann. In Chris­ti­ans Büchern geht es um die Metho­den, wel­che hier­bei hilf­reich sind. Das meint nicht nur Din­ge wie “Brain­stor­ming” oder “Design Thin­king”, son­dern auch bei­spiels­wei­se die Metho­de der “guten Geschich­te”, die als wah­rer Kopf­öff­ner dient. 

   

Nachhaltigkeit – wie passt das zusammen? 

Ein wei­te­res The­ma, wel­ches Chris­ti­an sehr am Her­zen liegt, ist die Nach­hal­tig­keit. Auf den ers­ten Blick passt dies nicht ganz mit den The­men digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on und Inno­va­ti­on zusam­men. Denn bei Ver­än­de­run­gen oder Erneue­run­gen ent­steht doch auto­ma­tisch “Abfall”, oder? 

Chris­ti­an fin­det, dass die Nach­hal­tig­keit etwas ist, das wir drin­gend in unser Den­ken und Leben inte­grie­ren müs­sen. Er sagt, es ist DAS The­ma unse­rer Zeit, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf den Klimawandel. 

Für ihn schlie­ßen sich Nach­hal­tig­keit und Inno­va­ti­on sowie digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on auch nicht aus. Oft geht es dar­um, ein Pro­dukt zu ver­bes­sern, was heut­zu­ta­ge nicht ohne Nach­hal­tig­keit funk­tio­niert. Inno­va­ti­on muss einen Mehr­wert lie­fern – und das nicht nur für den Kun­den, son­dern im Ide­al­fall auch für die Umwelt! 

In vie­len Bran­chen gibt es strik­te Rege­lun­gen und Geset­ze, wel­che Inno­va­tio­nen not­wen­dig machen. Doch auch die Indus­trie­kun­den fra­gen nach­hal­ti­ge Pro­duk­te immer mehr nach. Apple will bei­spiels­wei­se bis 2030 Co2-neu­tral sein. Das hat gro­ße Aus­wir­kun­gen auf ihre Zulie­fe­rer, wel­che sich dar­an mes­sen las­sen müssen. 

Für Chris­ti­an ist Nach­hal­tig­keit nicht nur eine Ver­än­de­rung der Denk­hal­tung, son­dern auch eine Ver­än­de­rung der Pro­dukt­ent­wick­lung. Das bedeu­tet: Inno­va­ti­on. Digi­ta­li­sie­rung ist ein sehr gutes Mit­tel, um dies zu beschleu­ni­gen. Chris­ti­an sagt, Nach­hal­tig­keit ist nur durch Digi­ta­li­sie­rung umsetzbar. 

 

Wie bereitet sich Christian auf seine Speeches vor? 

Eine der wich­tigs­ten Vor­be­rei­tun­gen für Chris­ti­an ist das Ver­ständ­nis für die Situa­ti­on des Kun­den, wel­cher ihn gebucht hat. Wo sind die Anknüp­fungs­punk­te, wel­che eine Ver­bin­dung zwi­schen dem Publi­kum und dem rea­len Leben schaf­fen? Des­halb nutzt Chris­ti­an Geschich­ten, bei wel­chen die Men­schen etwas für sich und ihr Leben mit­neh­men können. 

Aus die­sen Grün­den ist kei­ner von Chris­ti­ans Vor­trä­gen gleich. Er nutzt zwar ähn­li­che Ele­men­te oder Geschich­ten, wel­che gut funk­tio­nie­ren. Doch er passt sei­ne Vor­trä­ge jeweils der ent­spre­chen­den Ziel­grup­pe an. 

Chris­ti­an stellt sich in der Vor­be­rei­tung fol­gen­de wich­ti­ge Fragen: 

  • Was sind die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen der Menschen? 
  • Was genau tun sie tag­täg­lich in ihrem Job? Wie sieht die Arbeit kon­kret aus? 
  • Wie sieht die Lebens­wirk­lich­keit aus? 
  • Was sind “ver­bo­te­ne” Wor­te in die­ser Organisation/Branche? 

Zum letz­ten Punkt hat Chris­ti­an fol­gen­des erlebt: Er soll­te einen Vor­trag zum The­ma Inno­va­ti­on hal­ten, wur­de aber vor­her dar­auf hin­ge­wie­sen, das Wort “Inno­va­ti­on” nicht zu nut­zen. Denn die vor­he­ri­ge Geschäfts­füh­rung hat jede Restruk­tu­rie­rungs­maß­nah­me als “Inno­va­ti­on” beti­telt und so weck­te die­ses Wort bei der Beleg­schaft direkt Erinnerungen. 

Ich erle­be es auch, wenn ich in ein Unter­neh­men kom­me und sage, dass ich Schau­spie­le­rin bin. Die Men­schen bekom­men direkt Angst vor den obli­ga­to­ri­schen Rol­len­spie­len. Das ist mir bewusst, ich kann damit ent­spre­chend umge­hen und das berücksichtigen. 

Um sei­ne Vor­trä­ge vor­zu­be­rei­ten, blockt Chris­ti­an sich gezielt Zei­ten in sei­nem Kalen­der. Wie lan­ge er genau dafür braucht, ist sehr unter­schied­lich. Wenn er exakt weiß, dass einer sei­ner bereits vor­han­de­nen Vor­trä­ge auf die Situa­ti­on passt und nur leicht ver­än­dert wer­den muss, dann kön­nen auch mal schon zwei Stun­den aus­rei­chend sein. An ande­ren Vor­trä­gen sitzt er einen gan­zen Tag lang. 

Wenn Chris­ti­an neue Geschich­ten für sei­ne Vor­trä­ge hat, stellt er die­se vor­ab sei­nen Freun­den und Kol­le­gen vor. Er nutzt vie­le Bil­der und tes­tet vor­ab, ob die­se in sei­nem Gegen­über das aus­lö­sen, was sie aus­lö­sen sol­len. Er lässt sich also Feed­back geben. 

 

Wie kann ich meinen Vortrag innovativ und nachhaltig gestalten? 

Chris­ti­ans ers­te Fra­ge wäre: Was wol­len die Kun­den? Denn die tolls­te Idee bringt nichts, wenn sie kei­nen Mehr­wert für den Kun­den oder das Publi­kum haben. Erfor­sche die Men­schen, die vor Dir sitzen! 

Wel­che Geschich­ten, wel­che Art des Vor­trags brau­chen die­se Men­schen, damit es für sie span­nend ist und nach­hal­tig wirkt? Wel­che Schnitt­stel­le kannst Du zwi­schen Dei­nem Kern­the­ma und dem Leben des Publi­kums schaf­fen? Frag Dich, wel­che tech­ni­schen Ele­men­te Du sinn­voll in Dei­nen Vor­trag ein­bau­en kannst. 

Chris­ti­an sagt, wenn die Geschich­te passt und rele­vant ist, braucht der Vor­trag kei­nen “inno­va­ti­ven Anstrich”. Eine Per­son mit einem Stuhl und Mikro­fon auf der Büh­ne kann dann schon aus­rei­chend sein. 

Um einen Vor­trag nach­hal­ti­ger zu gestal­ten, rät Chris­ti­an zu einer Redu­zie­rung der Inhal­te. Mach nicht zu vie­le Fäs­ser auf! Schi­cke ein bis zwei Bot­schaf­ten, wel­che Du in Dei­nem Vor­trag von ver­schie­de­nen Blick­win­keln betrach­test. Das wirk­lich zu tun muss­te Chris­ti­an selbst schmerz­haft ler­nen. Frü­her woll­te er gern alles, was er zu einem The­ma weiß, in einen Vor­trag zu packen. 

Schaf­fe eine Neu­gier beim Publi­kum für Dein The­ma. Wenn die Men­schen nach Dei­nem Vor­trag das Bedürf­nis haben, dazu erst mal ein Buch zu lesen oder zu goo­geln, wir­ken Dei­ne Inhal­te nach­hal­tig. Und so fängt die Ver­än­de­rung in ihnen an. 

 

Christians schrecklichstes Bühnen-Erlebnis 

Chris­ti­an sagt, er habe vie­le schreck­li­che Momen­te auf der Büh­ne erlebt. Die­se hät­ten immer mit schlech­ter Vor­be­rei­tung oder einem schlech­ten Brie­fing zu tun gehabt. Aus die­sem Grund ist ihm bei­des heu­te so wichtig! 

Ver­mut­lich ken­nen es alle Spea­ker: Du stehst auf der Büh­ne, sagst etwas und merkst noch genau in die­sem Moment, dass es die fal­sche Sache war und etwas im Publi­kum antrig­gert. Häu­fig ist es schwie­rig, das dann wie­der in eine ande­re Rich­tung zu lenken. 

Chris­ti­an hat­te in einem Vor­trag mehr­fach ein Wort genutzt, wel­ches sich im Nach­gang als der Name eines frü­he­ren Vor­stands­vor­sit­zen­den her­aus­stell­te. Alle Geschich­ten, wel­che Chris­ti­an erzähl­te, bezog das Publi­kum dann immer auf die­se Per­son und die Leu­te hat­ten das Gefühl es sol­le eine bestimm­te Bot­schaft ver­mit­telt wer­den. Was über­haupt nicht der Fall war! 

Aus die­sem Grund ist es für Chris­ti­an so wich­tig, wäh­rend des Vor­trags immer im Kon­takt mit dem Publi­kum zu sein. Denn so ent­ste­hen auch die bes­ten Vorträge! 

 

Christians schönstes Bühnen-Erlebnis 

Den Kon­takt zum Publi­kum sucht Chris­ti­an auch nach dem Vor­trag. Er mag es ger­ne, sich dann noch mit den Men­schen zu unterhalten. 

Eine Situa­ti­on ist ihm beson­ders im Gedächt­nis geblie­ben: Eine Teil­neh­me­rin war Mona­te nach Chris­ti­ans Vor­trag bei einem wei­te­ren Vor­trag von ihm. Hin­ter­her erzähl­te sie, dass der ers­te Vor­trag sehr viel in ihre aus­ge­löst hat­te. Sie woll­te ger­ne in ihrer Stel­le im Mar­ke­ting mehr selbst umset­zen. Sie hat­te eine Idee und ging mit die­ser zur Füh­rungs­kraft. Das führ­te letz­ten Endes dazu, dass sie nun einen ande­ren Job hat und im Unter­neh­men für die Umset­zung genau die­ser Idee ver­ant­wort­lich ist. Ihr Leben wur­de kom­plett umgekrempelt! 

Als Spea­ker kann man also wirk­lich auch was bewe­gen! Und Chris­ti­an bewegt wirk­lich viel. 

 

Das “verrocchio Institute” 

Du willst mit Chris­ti­an zusam­men­ar­bei­ten? Dann ist das ver­roc­chio Insti­tu­te Dei­ne bes­te Mög­lich­keit. Das Ange­bot ist sehr viel­fäl­tig. Bei­spiels­wei­se gibt es die Beglei­tung von Unter­neh­men bei Inno­va­ti­ons­pro­zes­sen, wel­che Inno­va­ti­on Coa­ches inner­halb des Unter­neh­mens ausbilden. 

Andrea del Ver­roc­chio war übri­gens der Leh­rer von Leo­nar­do Da Vin­ci. Da heut­zu­ta­ge mehr denn je Inno­va­to­ren gebraucht wer­den, hat sich das Insti­tut zur Auf­ga­be gemacht, die­se aus­zu­bil­den und an die Hand zu nehmen. 

Alle Infor­ma­tio­nen über das ver­roc­chio Insti­tu­te fin­dest Du hier: https://www.verrocchio.institute

 

Christians Tipp für Veränderung 

Wenn Du jetzt denkst, dass Du auch ger­ne etwas ver­än­dern willst, hat Chris­ti­an fol­gen­den Tipp für Dich: Begin­ne mit dem Ende! Über­le­ge Dir, was Du errei­chen willst, was soll pas­sie­ren, wel­che Wir­kung soll es haben? Wenn Dir das klar ist, dann über­le­gen, wel­che Schrit­te Dich dort hinbringen. 

 

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