Entscheidungen fällen: einfach mal JA sagen! (Podcastfolge 127)

Entscheidungen fällen: einfach mal JA sagen!

“Soll ich, oder nicht? Ist es nicht völ­lig über­trie­ben, wenn ich das mache? Und ich habe das doch gar nicht gelernt, ich kann das doch über­haupt nicht!” – viel­leicht kom­men Dir sol­che Gedan­ken auch bekannt vor, wenn Du eine Ent­schei­dung fäl­len musst. 

In der Pod­cast­fol­ge 88 habe ich mit Niklas Jost über “Nein-sagen” gespro­chen. Im Gegen­satz dazu spre­che ich heu­te über das “Ja-sagen” und erzäh­le Dir von mei­nem Weg und wann ich manch­mal ein­fach trotz allem JA gesagt habe! 

Die gan­ze Fol­ge kannst Du direkt hier anhö­ren.

 

Entscheidungen fällen mit Intuition

In den Inter­views mit Saskia Wink­ler (hier fin­dest Du Teil 1 (Fol­ge 123) und Teil 2 (Fol­ge 126)) spra­chen wir über Intui­ti­on im Busi­ness. Und auch mir hat mei­ne Intui­ti­on schon oft gehol­fen, wenn ich Ent­schei­dun­gen tref­fen muss­te. Denn manch­mal sag­te ich ein­fach “Ja” anstatt „Nein”, obwohl ich wuss­te, was auf mich zukommt! 

Unser mensch­li­ches Gehirn ist so kon­zi­piert, dass direkt die Alarm­glo­cken läu­ten. Die­se sol­len uns vor mög­li­chen Gefah­ren war­nen, wenn wir etwas tun, was uns nicht ent­spricht. Und manch­mal müs­sen wir auch “Nein” sagen, ganz klar. Ein zu nied­ri­ges Hono­rar, eine unpas­sen­de Büh­ne, ein unpas­sen­der Job oder eine unpas­sen­de Mes­sa­ge ver­lan­gen ein kla­res Nein! 

Ich spre­che heu­te jedoch von ande­ren Situa­tio­nen. Wenn es einen Teil in Dir gibt, der „das möch­te ich mal pro­bie­ren“ oder „kei­ne Ahnung, aber es klingt span­nend” sagt, kann sich ein Ja näm­lich lohnen. 

Ich wür­de heu­te nicht in mei­nem schö­nen Büro sit­zen, wenn ich vor 1,5 Jah­ren nicht „Ja“ gesagt hät­te, obwohl mein Ver­stand wider­sprach: „Was, zu die­ser Zeit ein grö­ße­res Büro, weißt Du, was das kos­tet, Son­ja?!”. Doch mein Herz woll­te so ger­ne in die­sen Raum. 

Ich ent­schied mich trotz­dem dafür. Natür­lich war es ein Risi­ko, doch es hat sich gelohnt! Denn ich freue mich jeden ein­zel­nen Tag über mein tol­les Büro mit mei­ner Coa­ching-Ecke, mei­nem höhen­ver­stell­ba­ren Schreib­tisch und viel Platz für all mei­ne Technik. 

 

Als ich einfach JA sagte

In mei­nem “ers­ten Leben” stu­dier­te ich BWL und Bank. Wäh­rend mei­nes dua­len Stu­di­ums bekam ich einen Work­shop an der Sta­ge School of Music, Dance and Dra­ma geschenkt. Er ging eine Woche und war auch als Auf­nah­me­prü­fung für die drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung an der Sta­ge School anerkannt. 

Ich bestand die Auf­nah­me­prü­fung und muss­te mich ent­schei­den, ob ich mein Stu­di­um hin­schmei­ße und an die Sta­ge School gehe, oder erst mal alles so wei­ter­läuft wie gehabt. Damals ent­schied ich mich dage­gen, mein Leben umzu­krem­peln. Ich sag­te „Ja“ zur Ver­nunft und schloss mein Stu­di­um ab. Dar­über bin ich heu­te sehr froh!

Zwei Jah­re spä­ter lag ich nach einem Go Kart Unfall drei Wochen im Bett. Ich hat­te viel Zeit zum Nach­den­ken und erin­ner­te mich an mei­nen Work­shop an der Sta­ge School. Damals spiel­te ich auch mit Bands auf Stadt­fes­ten und hat­te Gesangs­un­ter­richt. Ich wuss­te immer, dass ein Teil von mir auf die Büh­ne woll­te. So bewarb ich mich bei der Sta­ge School – und zwar nur dort. Ganz oder gar nicht!

Zur Auf­nah­me­prü­fung sang ich ein Arie aus Phan­tom der Oper. Ich wur­de zuge­las­sen und muss­te dann wie­der die Ent­schei­dung fäl­len, ob ich die Aus­bil­dung star­te und bei der Bank kün­di­ge. Mei­ne Ver­nunft war dage­gen. Den „siche­ren Hafen“ ver­las­sen, um Schau­spie­le­rin zu wer­den? Ich hat­te eine Woche Zeit, mich zu entscheiden. 

Eine lie­be Freun­din aus der Bank schenk­te mir kom­men­tar­los das Buch „Der träu­men­de Del­fin” von Ser­gio Bam­ba­ren. Der träu­men­de Del­fin möch­te ein­mal ins offe­ne Meer schwim­men und wird von allen sei­nen Freun­den davon abge­hal­ten. Die Lek­tü­re half mir dabei, Ja zu sagen und mei­ner zwei­ten Herz­hälf­te zu fol­gen. So ging ich an die Sta­ge School und schloss dort nach drei Jah­ren mei­ne Aus­bil­dung erfolg­reich ab. Doch ein fes­tes Enga­ge­ment ergab sich nicht. 

Schon wäh­rend der Aus­bil­dung arbei­te­te ich als Hos­tess für Ver­an­stal­tun­gen. Die Event­agen­tur, für die ich tätig war, rief mich über­ra­schend an und bot mir einen Job in der Tele­fon­ak­qui­se für den Ham­bur­ger Pres­se­ball an. Ich hat­te das zwar noch nie gemacht, aber ich sag­te ein­fach Ja! So saß ich plötz­lich in der Agen­tur und hat­te einen Telefonnebenjob. 

Dar­aus ent­wi­ckel­ten sich mehr und mehr Auf­ga­ben. Irgend­wann frag­te mich einer der Geschäfts­füh­rer, ob ich an einer Ver­an­stal­tung in Kap­stadt mit­ar­bei­ten könn­te. Zu dem Zeit­punkt hat­te ich kei­ne Ahnung von Events! Doch ich hat­te Lust und sag­te wie­der Ja. Fünf Wochen spä­ter war ich in Kap­stadt und erleb­te wun­der­ba­re Din­ge. Eine wil­de, aber tol­le Zeit! 

Tat­säch­lich arbei­te­te ich danach von 2005 bis 2008 immer wie­der für die­se Agen­tur, obwohl ich gleich­zei­tig auch im Thea­ter spiel­te. Teil­wei­se saß ich tags­über im Büro und stand abends auf der Büh­ne. Es war anstren­gend, doch ich genoss es sehr. Ich war in Shang­hai, Dubai, Peking, Mona­co, Genf, Miami (inklu­si­ve Hur­ri­kan!) und an vie­len tol­len ande­ren Orten. War­um? Weil ich im ent­schei­den­den Moment Ja sag­te und mich dar­auf einließ. 

 

Eine Entscheidung kann vieles ändern! 

Mei­ne Kar­rie­re als Spea­ke­rin ver­dan­ke ich auch der spon­ta­nen Ent­schei­dung, zu etwas Ja zu sagen. Eine Coa­chin ermun­ter­te mich, einen Vor­trag zu hal­ten, und ich ließ mich dar­auf ein. Dar­über kam ich zur Ger­man Spea­ker Asso­cia­ti­on (GSA) und wur­de zur Dozen­tin in der GSA Akademie. 

Ich lie­be es, Din­ge aus­zu­pro­bie­ren. Auch bei mei­nen Büh­nen­stü­cken! Dazu bin ich auch nur gekom­men, da jemand zu mir sag­te „schreib doch mal ein eige­nes Stück” und eine klei­ne Stim­me in mir sag­te „ja, war­um eigent­lich nicht?!”. Natür­lich hat­te ich Zwei­fel, doch mitt­ler­wei­le habe ich vier eige­ne Pro­gram­me und zwei wei­te­re gemein­sam mit mei­ner Duo-Part­ne­rin Esther. 

Und ich möch­te auch Dich ermu­ti­gen, DEI­NER inne­ren Stim­me zu fol­gen. Wenn Du den Impuls hast, bei Dei­nen Vor­trä­gen etwas anders zu machen, dann sage Ja dazu! Pro­bie­re es aus und lass Dich dar­auf ein. Wir sind oft dar­in gefan­gen, in unse­rer siche­ren Zone zu blei­ben und nichts Neu­es zu wagen. 

Sag öfter mal Ja! Du wirst gefragt, ob Du im Job eine Prä­sen­ta­ti­on hal­ten kannst? Trau Dich und schau was pas­siert. Hör ein paar Fol­gen mei­nes Pod­casts oder ruf mich an, wenn Du Dir unsi­cher bist, wie Du das ange­hen kannst. Gib Dir die Chan­ce auf tol­le Erleb­nis­se. Mit Dei­nen Kolleg*innen, als Füh­rungs­kraft, als Produktmanager*in, als was auch immer. 

Ent­schei­de Dich auch mal fürs JA und begeis­te­re Dich selbst und andere! 

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