Ich bin total spontan, wenn man mir rechtzeitig Bescheid gibt – Interview mit Ralf Schmitt (Podcastfolge 112)

Ich bin total spontan, wenn man mir rechtzeitig Bescheid gibt – Interview mit Ralf Schmitt

Mein Inter­view-Gast ist unter ande­rem Schuld dar­an, was bei mir in den letz­ten Jah­ren so pas­siert ist! Denn er hat mich in mein abso­lu­tes Lieb­lings-Netz­werk emp­foh­len. Wir lern­ten uns vor vie­len Jah­ren ken­nen und sind seit­dem in Kon­takt. Irgend­wann sag­te er, ich sol­le doch in die GSA (die Ger­man Spea­kers Asso­cia­ti­on) kom­men, wovon ich zunächst aller­dings nicht so über­zeugt war…  

Ralf Schmitt ist Buch­au­tor (“Ich bin total spon­tan, wenn man recht­zei­tig Bescheid gibt”), Impro­vi­sa­ti­ons­schau­spie­ler, Mode­ra­tor und im Vor­stand der GSA und des Mode­ra­to­ren­ver­bands.  

Im Inter­view spre­che ich mit Ralf über Spon­ta­nei­tät und dar­über, war­um wir alle zei­gen soll­ten, wie das Leben wirk­lich ist. 
 

Ist es wich­tig, dass ich spon­tan bin? 

Der Titel von Ralfs ers­tem Buch lau­tet  “Ich bin total spon­tan, wenn man recht­zei­tig Bescheid gibt”. Ein Ver­lag kam irgend­wann auf ihn zu, ob er mit sei­nem Kol­le­gen Tors­ten Vol­ler ein Buch zum The­ma schrei­ben wür­de.  

Mit dem etwas unge­wöhn­li­chen Titel wird dar­auf ange­spielt, wie wich­tig die Vor­be­rei­tung ist, um spon­tan sein zu kön­nen. Denn nur durch eine wirk­lich gute Vor­be­rei­tung ent­steht über­haupt die not­wen­di­ge Sicher­heit, um auf etwas fle­xi­bel reagie­ren zu kön­nen.  

Es geht eher dar­um, “durch­läs­sig zu sein”. Also offen zu sein für Impul­se und ent­schei­den zu kön­nen, ob man die­sen Impuls ein­bau­en will oder nicht. Das lernt man unter ande­rem auch beim Impro­vi­sa­ti­ons­thea­ter. In sei­nen akti­ven Zei­ten prob­te Ralf mit sei­ner Grup­pe drei Stun­den pro Woche, plus die Auf­trit­te.  

Ralf kann so schnell nichts mehr scho­cken. Letz­tes Jahr hielt er die Abschlussprä­sen­ta­ti­on auf der GSA Con­ven­ti­on und direkt am Anfang fiel sein Kli­cker aus. Alle Zuschau­er gin­gen davon aus, dass dies geplant war! Ralf muss­te jedes Mal die 15 Meter lan­ge Büh­ne ent­lang zu sei­nem Lap­top gehen, um auf die nächs­te Folie umzu­schal­ten. Er war natür­lich genervt, doch das Publi­kum war begeis­tert von sei­nem Vor­trag und dem “lus­ti­gen Ein­fall” des aus­ge­fal­le­nen Kli­ckers.  

 

Die Impuls­pi­lo­ten 

Ralf stell­te am Anfang der Pan­de­mie sein Unter­neh­men unmit­tel­bar von Prä­senz auf Online und Hybrid um. Durch sei­ne Ein­stel­lung “ja” zu neu­en Situa­tio­nen zu sagen und Feh­ler zuzu­las­sen, fiel es dem Unter­neh­men leicht, die­se Umstel­lung durch­zu­set­zen.  

Das Unter­neh­men stell­te inner­halb von 48 Stun­den eine digi­ta­le Ver­an­stal­tung auf die Bei­ne und hat­te damit bereits am 19. März 2020 den Grund­stein für alle fol­gen­den Online-Ver­an­stal­tun­gen gelegt.  

In der Zeit der Pan­de­mie wan­del­ten sich die Impuls-Pilo­ten und pro­bier­ten auch vie­les aus. Aus Ralfs Sicht ist ein gutes digi­ta­les Event wie inter­ak­ti­ves Fern­se­hen. Gera­de am Anfang mach­ten sie in der Umset­zung die­ser Ver­an­stal­tun­gen auch Feh­ler. Doch die Lern­kur­ve war steil und seit Som­mer 2020 läuft alles sta­bil.  

Trotz allem fehlt es Ralf, selbst auf der Büh­ne zu ste­hen. Das digi­ta­le Arbei­ten erleich­tert eini­ges, doch es bringt auch Nach­tei­le mit sich. Ralf bemän­gelt es, dass wir uns eher von­ein­an­der abschot­ten und nur noch die eige­nen Wahr­hei­ten sehen. Ech­te Men­schen zu spü­ren ist was ande­res, als digi­ta­le Tref­fen.  

Digi­tal brau­chen wir mehr Pau­sen und es ist schwie­ri­ger, das Gegen­über ein­zu­schät­zen. Es kos­tet mehr Energie! 
 

Wil­liam Wan­ker ist immer zu 150% da! 

Ralfs Kunst­fi­gur heißt “Wil­liam Wan­ker”. Wie kam er dar­auf? 

2014 war Ralf für die GSA Con­ven­ti­on und die dazu­ge­hö­ri­gen Ehrun­gen zustän­dig. Anstatt die Ehrun­gen wie zuvor über die bei­den Tage zu ver­tei­len, woll­te Ralf alles in einem Block statt­fin­den las­sen. Zur Auf­lo­cke­rung zwi­schen den Ehrun­gen ent­wi­ckel­te er die Kunst­fi­gur “Wil­liam Wan­ker”, einen Fake-Spea­ker der auch Fake-Rat­schlä­ge gibt, wie man erfolg­reich wird.  

Er sagt bei­spiels­wei­se: ”Sagt immer, ihr habt 3 Tipps dabei und gebt dann aber 4. Gebt immer 150 %!”. Alles in allem ist Wil­liam Wan­ker eine lie­be­vol­le Kri­tik an der Spea­ker-Bran­che.  

Für Ralf ist es wich­tig, auch ehr­lich in sei­nen Vor­trä­gen zu zei­gen, wie es wirk­lich ist. Denn gera­de auf Social Media sehen wir eine Schein­welt, die nicht mit der Rea­li­tät über­ein­stimmt. In der Bran­che geht es dar­um zu zei­gen, wie gut es uns geht. Es geht immer um Erfolg. Des­halb möch­te Ralf auch die ande­re Sei­te zei­gen.  

Man darf sich auch mal von sei­ner ver­letz­li­chen Sei­te zei­gen! 

 

Wie bringt Ralf alles unter einen Hut? 

Ralf sagt, er mache gar nicht so viel mehr als ande­re Per­so­nen. Er ist even­tu­ell leb­haf­ter als ande­re und der Rest macht der Algo­rith­mus von Social Media.  

Außer­dem arbei­tet er so ger­ne, dass sein Team ihm schon ver­bo­ten hat, so viel zu arbei­ten. Er bräuch­te ein Hob­by, wobei er nicht an die Arbeit denkt. Und Ralf sagt, er schläft nicht so viel.  

Ralf hat viel Spaß bei den Din­gen, die er tut und des­halb fällt es ihm so leicht. Er brennt dafür, was er tut und ist mit vol­lem Herz­blut dabei.  

 

Was Ralf Dir noch mit­ge­ben möch­te:  

Ver­su­che nicht, ande­re Men­schen zu kopie­ren. Mach Dir nicht so viel Druck, fin­de Dei­ne eige­ne Art und feie­re Dich dafür, wie Du bist. Und such Dir Leu­te, die Dir ehr­li­ches Feed­back geben!  

 

Mehr zu Ralf: 

www.schmittralf.de  

www.impulspiloten.de 

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